linomail.de · Erinnerungsseite inoffiziell

Der Kinder-Maildienst von GEOlino · 1999–2004

Du hast Post.
Seit 2004 nicht mehr.

Ende der Neunziger bekamen viele Kinder in Deutschland ihre erste eigene E-Mail-Adresse nicht beim Provider der Eltern, sondern bei GEOlino: dein-name@linomail.de. Hier steht, was aus LinoMail geworden ist – und was man Kindern heute stattdessen empfehlen würde.

Posteingang

Die Geschichte von LinoMail, so wie sie im Postfach angekommen wäre. Zum Lesen anklicken.

Posteingang · @linomail.de8 Nachrichten
PresseNoch ein Gratis-Maildienst? Diesmal für Kinder27.07.1999

1999 startet gefühlt jede Woche ein neuer kostenloser E-Mail-Anbieter. Im Juli melden die Branchendienste, dass auch GEOlino – das Kindermagazin von GEO aus dem Verlag Gruner + Jahr – Kindern eine eigene Adresse anbietet: LinoMail, entwickelt zusammen mit der MSG Media Service Group aus Oldenburg.

Im Kleingedruckten der Anmeldeseite stand damals „powered by canbox“.

Quellen: HORIZONT, 27.07.1999 · iBusiness, 27.07.1999 · Wayback Machine, linomail.de, Oktober 1999

LinoMail-TeamWillkommen! Deine Adresse: dein-name@linomail.de1999

Die Anmeldung war in ein paar Minuten erledigt. Was LinoMail versprach:

  • kostenlos und zeitlich unbegrenzt
  • eine frei wählbare Adresse auf @linomail.de
  • Mails schreiben auch ohne eigenen Computer – also am Schulrechner oder bei Freunden
  • Spamschutz und ein Adressbuch

Die Seite selbst war ein klassischer Frameset-Bau: links die GEOlino-Navigation, rechts das Postfach – und darüber natürlich Werbebanner.

Quelle: Wayback Machine, „Infos zu Linomail“, 1999

LinoMail-TeamNeu: 15 MB Speicher für dich2002

2002 war LinoMail Teil der GEOlino-Community, gleich neben den Pinboards und den E-Cards. Das Postfach bot inzwischen 15 MB Speicher – gut zehn Disketten –, Dateianhänge und sogar eine Übersetzungsfunktion. Auf der Startseite stand außerdem, welche neuen Artikel es bei GEOlino zu lesen gab.

Auf den Pinboards nebenan diskutierten Kinder in diesem Jahr unter anderem die PISA-Studie.

Quelle: Wayback Machine, linomail.de, Mai 2002

Schule & ElternEmpfehlung: E-Mail für Kinder? LinoMail!1999–2004

LinoMail tauchte in Medienratgebern und auf Schulseiten auf: Die Polizei Bayern nannte den Dienst in ihrer Broschüre „Ein Netz für Kinder – Surfen ohne Risiko“, Grundschulen verlinkten ihn in ihren Tipps für Kinder, und in einer Abschlussarbeit über Interneteinführungen für Kinder diente der LinoMail-Login als Übungsbeispiel.

Quellen: Polizei Bayern (Broschüre) · Grundschule Nordhemmern · Hochschule der Medien Stuttgart (Abschlussarbeit)

LinoMail-TeamLinomail wurde eingestelltEnde Februar 2004

Nach knapp fünf Jahren war Schluss. Als Grund nannte GEOlino vor allem den Spam:

„… ließ sich aber unter anderem durch das wachsende Problem der Spammails nicht vermeiden.“— Abschiedsnotiz des LinoMail-Teams, geo.de, 2004

Alle Adressen und Mails wurden gelöscht, auch auf Nachfrage gab es nichts zurück. Als Ersatz empfahl GEOlino den „Toggo Treff“ von toggo.de und die Mailfunktion von kidstation.de – oder, ganz klassisch: Eltern und Lehrer fragen.

Quelle: Wayback Machine, geo.de/linomail, März 2004

mailer-daemonUnzustellbar: Weiterleitung zu GEOlino2004–2014

Zehn Jahre lang leitete linomail.de einfach auf die Abschiedsseite und später auf die Startseite von GEOlino weiter. Mails an alte Adressen kamen mit einer Fehlermeldung zurück.

Quelle: Wayback Machine, linomail.de, 2004–2014

Domain-ParkingBuy this domain.2015–2018

Dann lief die Domain aus und landete, wie so viele alte Adressen, auf einer Parkseite mit Werbelinks und Kaufangebot.

Quelle: Wayback Machine, linomail.de, 2015–2018

LeonIch hatte auch eine.heute

Heute gehört die Domain mir. Ich hatte als Kind selbst eine LinoMail-Adresse, und als linomail.de zu haben war, wollte ich nicht, dass sie wieder auf einer Parkseite endet. Deshalb steht hier jetzt diese Erinnerungsseite – ohne Werbung, ohne Tracking.

Mit GEOlino oder dem Verlag habe ich nichts zu tun.

Noch ungelesen: alles mit blauem Punkt.

Du hast noch irgendwo eine alte @linomail.de-Adresse eingetragen?

Dann ändere sie dort bitte. Die alten Postfächer gibt es seit 2004 nicht mehr – eine Mail an eine frühere LinoMail-Adresse erreicht dich nicht, auch kein Link zum Zurücksetzen eines Passworts.

Und heute?

Welche E-Mail-Dienste man Kindern 2026 stattdessen empfehlen kann. Stand: Oktober 2026, ohne Werbe- oder Partnerlinks.

Das Problem, an dem LinoMail gescheitert ist, gibt es immer noch: Spam, und dazu heute Phishing und Fremde, die Kinder anschreiben. Die guten Kinder-Maildienste lösen das inzwischen anders als damals. Bei ihnen kommt nur Post von Absendern an, die vorher freigegeben wurden.

Mail4Kidz

mail4kidz.de · 7–14 Jahre · 6 Monate gratis, danach 1 € im Monat

Der vielleicht direkteste Nachfolger: Die Idee zu Mail4Kidz entstand im Winter 2005, weil es nach dem Aus von LinoMail keinen Dienst mehr gab, den die Gründer Kindern guten Gewissens empfehlen mochten. Werbefrei. Von außen kommt nur Post von Absendern auf der Freundesliste des Kindes durch, alles andere weist das System ab.

ZUM-Grundschulpost

zum-mail.de · Grundschulalter · gemeinnütziger Verein

Von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V., beantragt von Eltern für ein Kind oder von Lehrkräften für eine Klasse. Eine Kopie jeder ein- und ausgehenden Mail geht an die erwachsene Bezugsperson. Mails von Unbekannten landen erst bei ihr; das Kind sieht nur Absender, Betreff und einen Warnhinweis.

KidsMail

kidsmail.ch / kidsmail24.de · Schweiz · Basis gratis, sonst 8 oder 13 CHF im Jahr

Ein Elternteil oder eine Lehrkraft verwaltet das Konto und legt fest, mit wem das Kind schreiben darf. Neue Kontakte müssen freigegeben werden.

Familienkonto bei Google oder Apple

Gmail über Family Link · iCloud-Mail über die Familienfreigabe

Praktisch, wenn das Kind ohnehin ein Android-Handy oder iPad hat. Eltern verwalten das Konto bis zum 16. Geburtstag. Der Haken: Es gibt keine Freundesliste – jeder kann dem Kind schreiben, gefiltert wird nur Spam. Eher etwas für ältere Kinder.

Eher nicht für Kinder: GMX und WEB.DE richten sich laut ihren eigenen Bedingungen erst an Menschen ab 16 und zeigen Werbung. Posteo, mailbox.org oder Tuta sind gute, werbefreie Dienste – aber für Erwachsene, ohne Freundesliste oder Elternkopie.

Fünf Tipps für die erste Adresse

  1. Erst reden, dann anmelden. Wofür braucht das Kind die Adresse – Brieffreundschaft, Schule, Anmeldung bei einem Spiel? Davon hängt ab, welcher Dienst passt.
  2. Fantasiename statt Klarname. Die Adresse sollte weder den vollen Namen noch Alter, Geburtsjahr oder Wohnort verraten.
  3. Freundesliste nutzen. Am sichersten ist ein Dienst, der nur Post von bekannten Absendern durchlässt.
  4. Mehrere Adressen für mehrere Zwecke. Eine für Familie und Freunde, eine andere für Anmeldungen bei Spielen und Webseiten – so bleibt das richtige Postfach frei von Werbung.
  5. Spam und Phishing erklären. Gewinnspiele, „dein Konto wird gesperrt“, Links von Unbekannten: lieber einmal zu viel bei den Eltern nachfragen.

Nach Empfehlungen von klicksafe, Elternguide.online und Saferinternet.at. Preise und Bedingungen können sich ändern – bitte beim Anbieter nachsehen.